Im Verlauf der gesamten Saison wird in bestimmten Zeiträumen eine Varroadiagnose mittels Zählung des natürlichen Varroa-Totenfalles von Völkern durchgeführt.

Für die Teilnahme am Varroawarndienst ist mindestens 1 Volk pro Stand über die gesamte Saison notwendig.

Die Zählungen werden an immer denselben Völkern im Jahresablauf durchgeführt. Dazu müssendie Völker mit unterschiedlichen Stocknummern gekennzeichnet sein. Sollte ein Volk innerhalb eines Jahres ausfallen, wird kein Ersatzvolk verwendet. Als Ausfall gilt, wenn ein Volk abstirbt oder mit einem anderen Volk vereinigt wird.

Varroawindel

Die Windelfläche muss den Großteil des Beutenbodens abdecken.

Es können verwendet werden:

  • Gitterbedeckte Einlagewindeln (Gitter ca. 1 cm über der Windel) oder
  • Einschubwindeln unter einem Gitterboden

Das Gitter schützt vor Varroa-Austrag durch die Bienen. Gegen Austragen durch Ameisen müssen die Windel mit klebrigem Material (z.B. Klebefolien, Vaseline oder mit Speiseöl getränkte Küchenrolle) versehen werden.

Zur Zeit der Windeleinlage darf sich keine Bausperre im Volk befinden. Eventuell vorhandenen Wildbau unter den Rähmchen der untersten Zarge entfernen.

Wichtig: Vor jeder Einlage muss die Windel gereinigt sein. 

Einlagezeiten

Zu drei unterschiedlichen Zeiträumen wird idealerweise für jeweils eine Woche die Gitterwindel in den Gitterboden bzw. die Windel unter das Gitter im Beutenboden gelegt.

  1. Termin: zur Kirschblüte (ca. April)
  2. Termin: vor der Hauptentmilbung (ca. Juli)
  3. Termin: ca. 3 Wochen nach Ende der Hauptentmilbung
  4. Termin: im Anschluss an Termin 3
  5. Termin: im Anschluss an Termin 4

Sie könne natürlich auch weitere Diagnosen durchführen und in die Datenbank eintragen. Die Auswertungen der Daten erfolgen automatisch.

Um eine optimale Datenqualität gewährleisten zu können bitten wir Sie, unbedingt folgende Vorgaben zu befolgen:

  • Der natürlche Abfall ist über einen Zeitraum von mindestens 3 und höchstens 21 Tagen zu messen. Andere Messintervalle werden bei der Eingabe der Daten nicht akzepiert. Bei kurzen Messintervallen schwanken die gemessenen Befallswerte sehr stark. Bei längeren Messintervallen steigt der mögliche Fehler beim Zählen aufgrund der Verunreinigungen in der Diagnosevorrichtung. Beides kann zu Fehlern in Prognose führen. 
  • Bei längeren Messintervallen ist es ratsam, etwa alle 4-5 Tage Zwischenmessungen durchzuführen, danach die Stockwindel zu reinigen und dann das Gesamtergebnis einzutragen. Dadurch vermeidet man mögliche Fehler durch Verunreinigung der Stockwindel mit Gemüll.
  • Varroa-Abfall während einer Varroa-Bekämpfungsmaßnahme (welche Methode auch immer) ist kein natürlicher Abfall und darf daher nicht eingegeben werden.
  • Der natürliche Abfall darf frühestens 3 Wochen nach Bendigung einer Varroa-Behandlung gemessen werden. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass die Einwirkungen bzw, Nachwirkungen einer Varroa-Behandlung die Messung verfälschen und die Prognose unbrauchbar machen. 

Zählung und Dokumentation

Gezählt werden hellbraune und dunkle Milben, die die normale Größe einer Varroamilbe aufweisen; weiße oder kleinere Nachwuchsstadien werden nicht gezählt.

Tipp: Zeichnen Sie mit einem Permanent-Stift Linien bzw. einen Raster (z. B. im 5 cm-Abstand) auf die Windelfläche. Dies erleichtert die Zählung.

Bitte stellen Sie sicher, dass

  • keine Milben vor der Zählung verloren gehen: kein Kippen der Windel, Vorsicht bei Wind (eventuell die Windeln in einer Schachtel zum Ort des Auszählens transportieren)!
  • Sie die Milben gut erkennen können: bei gutem Licht zählen oder bei Bedarf Lupe verwenden.

Die einzelnen Tätigkeiten im Überblick

  • Eventuell vorhandene Bausperre bzw. Wildbau entfernen.
  • Einlage der gereinigten Varroawindeln.
  • Entnahme der Varroawindeln nach etwa einer Woche.
  • Zählung der Varroamilben.
  • Daten online eintragen.

Ansprechpartner

Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an Michael Rubinigg (m.rubinigg@biene-oesterreich.at) oder telefonisch an +43 676 9312369 (Mo-Fr, 8:00-15:00).

Wir bedanken uns für Ihre Mitwirkung am Varroawarndienst.